Verfolgung trotz Schutzgesetz

Trotz des gesetzlichen Schutzes mehren sich in den letzten Jahren wieder Meldungen über illegale Greifvogelverfolgung. Schussverletzungen durch Schrot, Diabolos sowie Fallenverletzungen und gezielte Vergiftungen sind hier besonders zu nennen.

Alle Infos zum Download “illegale Greifvogelverfolgung” finden Sie hier :
http://www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/deutschland/greifvogelverfolgung/leitfaden-greifvogel-verfolgung

Jede Schussverletzung oder Fallenverletzung muss angezeigt werden, da es sich um eine Straftat handelt! Wird uns ein Tier vorgestellt, bei dem eine Schussverletzung nachgewiesen wird, wird der Fall zuerst bei der Polizei gemeldet und dann bei der Stabsstelle für Umweltkriminaliät in Düsseldorf. Die genaue Auffundsituation ist hier von großer Bedeutung. So werden Fundort, Datum, genaue Uhrzeit und die Personalien des Finders gemeldet. Sie leisten durch Ihre Mithilfe so einen großen Beitrag gegen die Umweltkriminalität.

Es wurden bereits Fälle von insgesamt 12 Greifvogel/Eulenarten erfasst:

>> Rohrweihe, Wiesenweihe, Kornweihe, Rotmilan, Mäusebussard, Habicht, Sperber, Baumfalke, Wanderfalke, Turmfalke, Waldkauz, Uhu

Röntgenbild eines angeschossenen Baumfalkens

Auf dem Röntgenbild ist ein deutlicher Humerusdurchschuss (Oberarmflügel) zu sehen, sowie das Geschoss im Thorax (Brustkorb)

Bei diesem Baumfalken ist die Tat besonders traurig, da es sich hier um eine sehr bedrohte Greifvogelart handelt. Ob es sich hier um eine Verwechslung mit einem anderen Vogel handelte bleibt ungewiss. Der Fundort dieses Baumfalkens war in Tönisvorst an der Breslauer Straße.

Röntgenbild eines angeschossenen Sperberweibchens

Auf dieses Sperberweibchen auf dem Röntgenbild oben wurde mit Schrot geschossen. Der Flügel wurde zerschossen, das Tier dadurch lebensgefährlich verletzt. Der Sperber musste mit dieser schweren Verletzung leider euthanasiert werden. Der Fundort dieses Sperbers war in Grevenbroich/Ramrath auf dem Feld.

 

dieses schöne adulte Baumfalkenmännchen wurde mutwillig abgeschossen

Foto Sperber folgt noch……

 

 

Sehr traurig, beide Tiere könnten noch leben. Der Sperber wurde in Mönchengladbach an der Dohrer Straße aufgefunden.
Der Baumfalke wurde in Tönisvorst an der Breslauer Straße aufgefunden.


so sehen
z.B. die Projektile aus:
Hier Flachkopf- und Spitzkopfdiabolos

Leider sind Schwarzmilane und Rotmilane Abschüssen stärker ausgesetzt als andere Greifvogelarten. Da sie teils besonders nah an Siedlungen heran kommen und zudem langsame Flieger sind, lassen sie sich sehr leicht erschiessen.

Verfolgung von Greifvögeln unter anderem durch Fallen

Die Verfolgung richtet sich in erster Linie gegen Greifvogelarten wie Habicht, Sperber, Mäusebussard und Milan. Besonders der Habicht ist das Hauptziel illegaler Nachstellung durch Brieftauben- und Hühnerhalter. Es ist sicherlich mehr als ärgerlich, wenn der Habicht wertvolle Brieftauben tötet oder in der Hühnerfarm Schaden anrichtet. Trotzdem hat er seinen Platz in der Natur und ein Recht zu leben. Habichte werden oft gezielt mit einer lebenden Locktaube mittels Habichtfangkorb gefangen. Die Benutzung solcher Fallen ist strafbar.

Weiter kann es zum Fang von Greifvögeln mittels Schlagfallen kommen.

Auch Jäger sind schon öfter negativ aufgefallen und wurden durch das Komitee gegen den Vogelmord e.V. auf frischer Tat ertappt >> auch hier in unserer Nähe gibt es immer wieder Fälle, wie zum Beispiel im Jahr 2009 in Heinsberg.

Schlagfallenverletzungen:

Besonders auffällig sind z.B. stumpf durchgeschlagene Mittelfüße oder mehrere fehlende Fußglieder.

Fundort dieses Turmfalken in Mg-Rheindahlen an der Straße Grießbarth.

Turmfalke mit zertrümmerten Beinen


Mäusebussard mit zertrümmerten Füßen durch ein Schlageisen


Krähenmassenfallen:

Eine perfekt getarnte Falle
um
Habichte zu fangen: Wer genau schaut, sieht zwar vorne an die
zwei Hühner im Stall, aber ganz hinten, hängt ein Habicht am Gitter fest. Er
versucht verzweifelt wieder
raus zu kommen.
Ein zweites Bild zeigt eine Nahaufnahme.

das ist der Einflug in die große Falle. Der Habicht oder die Krähen fliegen hinein, kommen aber durch die Öffnung nicht mehr heraus


Das Betreiben von Krähenmassenfallen ist verboten, da es sich um einen Verstoß gegen das Bundesnaturgesetz handelt. Wenn Ihnen lieber Leser, solch ein ähnlicher Hühner- oder Fasanenverschlag etc. schon mal beim Spazierengehen aufgefallen ist, so nehmen Sie doch bitte sofort zum Komitee gegen den Vogelmord e.V. Kontakt auf.
Es werden dann Profis schauen, ob es sich um eine illegale Einrichtung handelt.
Es muss immer die Polizei gerufen werden, da es sich um eine Straftat handelt. Da es sich bei den Betreibern der Fanganlagen in der Regel um Jäger handelt, werden entsprechende Strafverfahren wie hohe Geldstrafen und der Entzug des Jagdscheines die Folge sein.

Die illegalen Greifvogelverfolgungen häufen sich insbesondere in der Winterzeit, da die Greifvögel unter Hunger leiden und besonders leicht zu ködern sind.


Hier das befreite Habichtweibchen: Sie trägt einige Blessuren im Gesichtsbereich davon. Eigentlich hätte Sie sterben sollen, doch die Rettung kam in letzter Minute. Der Habicht hat sich in Panik durch mehrfache Ausbruchsversuche das Gesicht am Stallgitter verletzt.

Habicht mit multiplen Gesichtsverletzungungen

 

 

Tötung durch gezielte Vergiftungen von Greifvögeln

vergiftetes junges Mäusebussardweibchen

Vorberichtlich fiel plötzlich ein Greifvogel aus einem Baum zu Boden.
Der Fundort dieses vergifteten Mäusebussardes war in Korschenbroich, nähe Herzbroich am Feld.

Finder nahmen den Bussard auf, doch auf dem Weg zu mir verstarb der Bussard bereits. Starkes Speicheln, wie im gezeigten Bild oben, kann u.a. ein Zeichen auf Vergiftung sein.

Mäusebussard nach Giftaufnahme – verstärkter Tränenfluss kann dabei beobachtet werden

Leider werden immer wieder Greifvögel mit speziellen, schnellwirksamen Giften gezielt getötet. Besonders häufig wird das Insektizid Carbofuran (in Deutschland nicht zugelassen) bei verendeten Greifvögeln nachgewiesen. Besonders in der Winterzeit lassen sich bestimmte Greifvögel, wie Mäusebussarde und Milane (auch Habicht und Sperber möglich) einfach mit vergiftetem Fleisch ködern; Siehe Foto. Es handelt sich in der Regel um verschieden farbige Granulate.

Carbofuran wirkt auf das Nervensystem. Es kann zur Verstärkung des Tränen- und des Speichelflusses sowie Bronchialsekretion kommen. Auch sind Lähmungen der Atemwege möglich, sowie niedriger Blutdruck und schließlich Herz-Kreislaufversagen.


Wird ein vergifteter Greifvogel aufgefunden, der noch lebt, so ist absolute Eile geboten! Es muss sofort ein Tierarzt in der Nähe aufgesucht werden. Weite Fahrten müssen vermieden werden, damit man vielleicht noch rechtzeitig ein Gegenmittel spritzen lassen kann.

Es muss das Notfallmedikament Atropin bei dem Verdacht einer Aufnahme von Insektiziden injiziert werden. Gerne geben wir auch Hilfestellung, falls Fragen bezüglich der Anwendung bestehen. Diazepam (Valium) kann bei Krämpfen zusätzlich eingesetzt werden. Der Patient muss stabilisiert werden und Infusionsgaben (Ringer Lactat oder NaCl) zum Ausscheiden des Giftes müssen mehrfach verabreicht (unter die Haut in die Kniefalte) werden. Da Atropingaben zu trockener Schleimhaut führen können, sollte man den Patienten regelmäßig oral Flüssigkeit eingeben.

Indiz für ein Vergiftungsgeschehen am lebenden Vogel können verstärkter, klarer Speichelfluss sein, klarer Tränenfluss (als ob der Vogel weinen würde), Augenzuckungen, vergrößerte Pupillen und Nervenzuckungen am Körper. Die Beine oder einzelne Zehen können unkontrollierte Nervenzuckungen zeigen, Zuckungen im Schwanzgefieder, verkrampfte Füße usw..

Lockvögel:

Taube mit gestutzem Flügel

Tauben (gerne auch weiße) werden leider häufiger illegaler Weise als Lockvogel benutzt. Lebende Vögel als Lockvogel zu benutzen, um andere Vögel damit einzufangen, ist absolut verboten. Häufig geht der Täter hin und schneidet dem Tier das Flügelgefieder ab, damit es im Falle einer Flucht nicht weit kommt.

Eine Rabenkrähe als Lockvogel

(Beide gezeigten Lockvögel sind unverletzt und liegen lediglich für eine bestehende Federkorrektur in ünhalationsnarkose, damit sie schneller durchmausern werden)

Falls Sie irgendwann mal einen Vogel durch Zufall in die Hände bekommen, dann melden Sie sich bitte umgehend beim Komitee gegen den Vogelmord e.V.. Der Fundort des Tieres ist hier besonders wichtig, um weitere Recherchen durchführen zu können. Bei dem Fall der Taube und der Krähe handelt es sich um erfolgreich geflohene Tiere.

Verdachtsfälle richtig melden – Unsere Erfahrungen hierzu:

Bitte anklicken: illegale Greifvogelverfolgung richtig melden[1]

Mehr Infos zum Thema Greifvogelverfolgung lesen Sie hier:

www.komitee.de